Der Weg der Sammlung nach Arolsen
Wie kommt die Sammlung eines Schweizers ausgerechnet in eine Kleinstadt in Nordhessen? Der Zufall hat nachgeholfen. 1985/86 trifft Adolf Brehm in einem Antiquariat in Frankfurt am Main einen Mitarbeiter des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Die beiden Buchliebhaber kommen ins Gespräch. Herr Brehm berichtet von seiner Sammlung, seiner Suche nach einem Ort in Deutschland, wo er diese aufstellen kann. Der Mitarbeiter des Landkreises macht den Schweizer darauf aufmerksam, dass in Arolsen das Residenzschloss seit einiger Zeit saniert wird.
Erste Gespräche
Für die vom Land Hessen und der Bundesrepublik zur Verfügung gestellten Zuschüsse, die zur Sanierung beigesteuert wurden, sollte ein Teil des Schlosses öffentlich genutzt werden. Man suchte damals nach potenziellen Institutionen, die im Schloss zur Verwirklichung des Ziels ansässig werden konnten.
Im Herbst 1987 wird Adolf Brehm beim damaligen Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg Dr. Günter Weltecke vorstellig, der von der Idee, die Sammlung des Schweizers für Arolsen zu gewinnen, sehr angetan ist.
Es wurden Gutachten erstellt, um den ideellen und materiellen Wert der Sammlung festzustellen. Anfang Februar 1990 unterzeichnen Herr Brehm und der damalige Leiter der Waldeckischen Domanialverwaltung Werner Friedrich die Stiftungssatzung. Das Regierungspräsidium in Kassel genehmigt sie am 22. Mai 1990. Nun kann die Errichtung der Bibliothek Brehm im Schloss Arolsen beginnen.
Die Waldeckische Domanialverwaltung als Mitstifter
Die Waldeckische Domanialverwaltung hat in Zusammenarbeit mit dem Landkreis eine entscheidende Rolle bei der Etablierung der Stiftung gespielt. Sie stellte damals eine Million D-Mark (ca. 512.000 Euro) als Stiftungsvermögen zur Verfügung. Die Waldeckische Domanialverwaltung ist eine Sonderkonstruktion, die in dieser Form einzigartig ist. Sie verwaltet das ehemalige Staatsvermögen des Fürstentums Waldeck und Pyrmont zugunsten der waldeckischen Gemeinden. Zu diesem Sondervermögen gehören 19.000 Hektar Wald sowie zahlreiche Liegenschaften, darunter auch das Residenzschloss in Bad Arolsen, in dem sich die Bibliothek Brehm befindet. Noch heute unterstützt die Domanialverwaltung die Bibliothek in vielfältiger Weise und wird damit ihrer Aufgabe als Mitstifter weiterhin in vollem Umfang gerecht.